Geschichte
Geschichte des RRFB und des Urfreibergers
Die Geschichte des Urfreibergers ist eng mit der Entwicklung des Freibergers beziehungsweise des früher als Jurapferd bezeichneten Pferdes verbunden. Über viele Generationen entstand ein robustes, genügsames, charakterstarkes und vielseitig einsetzbares Arbeitspferd, das in der Landwirtschaft, im Transportwesen und in der Schweizer Armee eine wichtige Rolle spielte.
Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts veränderten sich die Anforderungen an das Freibergerpferd. Mit Einkreuzungen und züchterischer Selektion wurde ein leichteres, modernes Reit- und Freizeitpferd angestrebt. Gleichzeitig nahm der Bestand an Pferden des ursprünglichen Freibergertyps kontinuier-lich ab.
Entstehung der Erhaltungsbestrebungen
Im Jahr 1996 wurde auf Initiative von Heidi Gurtner die Interessengemeinschaft zur Erhaltung der Ori-ginal-Freiberger IGOFM gegründet. Ihr Ziel bestand darin, die noch vorhandenen Hengstlinien und Stutenstämme des ursprünglichen Freibergertyps zu erhalten.
Bei der Beurteilung des Fremdblutanteils wurde das Jahr 1950 als züchterischer Bezugspunkt festge-legt. Freibergerpferde, deren Abstammung vollständig auf vor dem 1. Januar 1950 geborene Freiber-ger zurückgeführt werden kann und bei denen danach kein Fremdblut eingekreuzt wurde, können nach den geltenden Bestimmungen als Urfreiberger betrachtet werden.
In den folgenden Jahren fanden zwischen den Vertretern der Urfreibergerzucht, dem damaligen Schweizerischen Freiberger Zuchtverband, dem Bundesamt für Landwirtschaft und weiteren beteilig-ten Organisationen verschiedene Gespräche über die Erhaltung und züchterische Betreuung dieser Pferde statt.
Dabei bestanden teilweise unterschiedliche Auffassungen über das Zuchtziel, die Anerkennung von Hengsten und die geeigneten Massnahmen zur Erhaltung der ursprünglichen Genetik. Diese Diskussi-onen bildeten einen wichtigen Ausgangspunkt für die spätere organisatorische Entwicklung.
Gründung des RRFB
Am 23. August 2008 gründeten engagierte Züchterinnen, Züchter und Unterstützer in Les Reusilles den Eidgenössischen Verband des reinrassigen Freibergerpferdes RRFB.
Ziel der Gründung war es, die Interessen der Urfreibergerzucht organisatorisch zu bündeln und ein eigenständiges Erhaltungsprogramm für die noch vorhandenen Hengstlinien und Stutenstämme auf-zubauen.
Im Mittelpunkt standen:
• die Erhaltung des Urfreibergers mit 0 % Fremdblutanteil;
• die Sicherung einer möglichst breiten genetischen Basis;
• die gezielte und verantwortungsvolle Anpaarung;
• die Erhaltung der Gesundheit, Robustheit und Leistungsbereitschaft;
• die fachliche Unterstützung der Züchterinnen und Züchter;
• die langfristige Vergrösserung der Zuchtpopulation.
Einbindung in den SFV
Nach verschiedenen Gesprächen und der Anpassung der massgebenden Statuten und Reglemente wurde der RRFB im Jahr 2012 in den Schweizerischen Freibergerverband eingebunden.
Heute ist der RRFB eine Mitgliederorganisation des Schweizerischen Freibergerverbands SFV und be-treut innerhalb der Freibergerrasse die Sektion Urfreiberger. Das besondere Zuchtziel des Urfreiber-gers wird in eigenen Reglementen festgehalten, die auf der Website des SFV unter «Reglemente Ur-freiberger» veröffentlicht sind.
Der RRFB führt seine Tätigkeit im Rahmen dieser Grundlagen und in Zusammenarbeit mit dem SFV weiter. Dabei setzt er sich dafür ein, dass die Besonderheiten des Urfreibergers erhalten, fachlich do-kumentiert und auch kommenden Generationen zugänglich gemacht werden.
Auftrag für die Zukunft
Der Urfreiberger ist ein bedeutender Bestandteil der Geschichte der Schweizer Pferdezucht. Sein Er-halt verlangt eine sorgfältige Zuchtplanung, eine verlässliche Dokumentation der Abstammungen und das langfristige Engagement von Züchtern, Pferdehaltern und Fachpersonen.
Der RRFB will dazu beitragen, diesen wertvollen Genpool zu bewahren und den Urfreiberger als ge-sundes, verlässliches und vielseitiges Pferd nachhaltig weiterzuentwickeln.
